Soonwaldsteig mit Hund und Zelt – 5 Tage Trekkingabenteuer im Hunsrück

Auf meiner Wanderung von Hanau nach Portugal laufe ich 5 Tage auf dem Soonwaldsteig mit Hund und Zelt. Von Bingen bis Kirn laufe ich durch Wildnis und Einsamkeit und übernachte mitten im Wald auf Trekkingcamps im Hunsrück.

Der Soonwaldsteig ist ein 85 Kilometer langer Premium Wanderweg im Hunsrück, der ideale Voraussetzungen für eine Trekkingtour mit Zelt bietet. Ich bin den Weg im August 2022 mit meiner kleinen Hündin Lola gewandert.

Warum der Soonwaldsteig?

Meine erste Erfahrung mit dem Soonwaldsteig hatte ich vor zwei Jahren, als ich das Übernachten im Wald auf einem der Trekkingcamps ausprobieren wollte. Dafür bin ich mehr oder weniger zufällig auf dem Trekkingcamp Altenburg gelandet. Die Ruhe und Abgeschiedenheit mitten im Wald hat mich fasziniert. Mir war klar, das ich irgendwann den kompletten mehrtägigen Weg laufen möchte. Die Gelegenheit kam im August 2022 im Rahmen meiner Wanderung nach Portugal. Von Bingen im Rheintal aus wollte ich weiter Richtung Frankreich und der Fernwanderweg durch den Hunsrück war somit die ideale Gelegenheit die Pilgerreise mit einem Naturabenteuer zu verbinden.

Informationen zum Soonwaldsteig und Übernachtung in Trekkingcamps

Die offizielle Webseite des Soonwaldsteigs bietet allgemeine Informationen zum Weg und vor allem zur Routenplanung. Wenn man den Weg mit Zelt und Trekkingcamps laufen möchte, wird eine 4 oder eine 5 Tagestour vorgeschlagen.

Da es für mich der Anfang der Wanderung mit großem Rucksack ist und ich außerdem mit Hund wandere, entscheide ich mich für die 5 tägige Variante. Anders als beschrieben laufe ich in entgegen gesetzter Richtung von Bingen nach Kirn.

Der komplette Weg kann mit dem Zelt gewandert werden. Dafür sind entlang des Weges sogenannte Trekkingcamps eingerichtet worden. Dabei handelt es sich um naturnahe Waldplätze, die außer wenigen Zeltplätzen, einer Feuerstelle und einer Trockentoilette nichts mit einem üblichen Campingplatz zu tun haben. Es gibt also keine Dusche und die Camps können nur fußläufig erreicht werden. Für ein kleines Zelt liegen die Kosten bei pauschal bei 15€ (Stand: 2022).

Da die Anzahl der Zelte begrenzt ist, muss das jeweilige Camp über die Tourismus Seite vorgebucht werden (Buchung der Trekkingcamps). Die Wochenenden im Sommer sind beliebt, sodass man hier zeitig buchen sollte, die Buchung ist freigeschaltet ab Ende Januar, die Camps sind buchbar vom 1. April bis 31. Oktober.

Du hast dich auf einen bestimmten Termin festgelegt, aber genau an diesem Tag ist kein Platz mehr frei? Ging mir auch so, als ich kurzfristig den Beginn der Wanderung und damit alle Übernachtungen umplanen musste. Ein Anruf bei der Verwaltung kann sich lohnen, denn manchmal werden Plätze wieder abgesagt, das Buchungssystem aber nicht sofort wieder aktualisiert. So hatte ich Glück und konnte kurzfristig doch noch einen Zeltplatz bekommen!

Trekkingcamp Alteburg auf dem Soonwaldsteig - Zelten mitten im Wald
Trekkingcamp Alteburg – Zelten mitten im Wald

Meine Routenübersicht

In 5 Etappen bin ich 96 km gelaufen.

  1. Bingen am Rhein – Outdoor-Park Lauschhütte
    18 km, Höhenmeter hoch/runter 995/518
  2. Outdoor-Park Lauschhütte – Campingplatz Argenthal (eigentlich: Trekkingcamp Ochsenbaumer Höhe)
    19 km, Höhenmeter hoch/runter 504/594
  3. Campingplatz Argenthal – Trekkingcamp Alteburg
    15 km, Höhenmeter hoch/runter 407/348
  4. Trekkingcamp Alteburg – Trekkingcamp Schmidtburg
    26 km, Höhenmeter hoch/runter 738/988
  5. Trekkingcamp Schmidtburg – Campingplatz Papiermühle in Kirn
    18 km, Höhenmeter hoch/runter 704/807

Wanderjournal Tag 1: Bingen am Rhein – Outdoor-Park Lauschhütte

18 km, 995 Aufstieg, 518 Abstieg

Herrliche Etappe! Morgens hat man noch die Annehmlichkeiten der Stadt Bingen, taucht dann aber ein in die Stille des Waldes. Die Steigung mit knapp 1000 hm ist sanft und gut zu schaffen. Es gibt die Möglichkeit ein Picknick mit Fußbaden am Fluss einzulegen und Abends hat man eine schöne Mischung aus draußen schlafen und dem Schnitzel und einem kühlen Getränk im Restaurant des Outdoor Parks Lauschhütte.

Wasser: morgens in Bingen am Etappenstart, abends an der Lauschhütte (Wasserhahn und Restaurant)

Ausführlicher Tagesbericht Tag 1: Bingen zur Lauschhütte – Endlich Wald, Natur & Zelt

Trekking Soonwaldsteig mit Hund und Zelt
Tag 1 auf dem Soonwaldsteig: Blick auf die Burg und den Rhein
Auf idyllischen Waldwegen von Bingen zum Camping Lauschhütte - Soonwaldsteig mit Hund und Zelt
Tag 1 – Unterwegs auf Waldwegen

Wanderjournal Tag 2: Outdoor-Park Lauschhütte – Campingplatz Argenthal

19 km, 504 Aufstieg , 594 Abstieg, (eigentlich: Trekkingcamp Ochsenbaumer Höhe)

Das erste Stück von der Lauschhütte aus verläuft exponiert und sonnig bis zur Schutzhütte Ohligsberg mit herrlichem Ausblick. Einkehr in der Emmerichshütte möglich, ab hier Abstieg zum Autobahndurchlass mit einem möglichen Abstecher zur Aral-Tankstelle. Ab hier geht es bergauf und weiter meistens auf breiteren Forstwegen bis zum Camping Argenthal. Hier gibt es einen Badesee und Restaurant. Der Campingplatz liegt nicht direkt am Weg, das Trekkingcamp wäre Ochsenbaumer Höhe.

Wasser: morgens an der Lauschhütte, unterwegs an der Emmerichshütte wenn geöffnet, möglicher Abstecher zur Aral Tankstelle (nicht gemacht), abends am Campingplatz Argenthal

Ausführlicher Tagesbericht Tag 2: Lauschhütte nach Argenthal – Kamel im Hunsrück

Trekking Soonwaldsteig Lauschhütte - Argenthal
Tag 2 auf dem Soonwaldsteig
Unterwegs auf dem Soonwaldsteig
Wer Ruhe sucht, ist auf dem Soonwaldsteig genau richtig

Wanderjournal Tag 3: Campingplatz Argenthal – Trekkingcamp Alteburg

15 km, 407 Aufstieg, 348 Abstieg

Ein ruhiger Wegverlauf auf Forstwegen und Waldpfaden. Unterwegs kommt man an der einfachen Schutzhütte Ellerspringer Hütte auf einem Wanderparkplatz vorbei, kurz vor dem Camp steht die hübsche Alteburg. Das Trekkingcamp liegt gut versteckt im Wald, absolute Ruhe und Idylle.

Wasser: morgens auf dem Campingplatz Argenthal, nichts unterwegs, abends Brunnen in der Nähe vom Camp (nur mit Filter!), am Camp hatte der Förster ein paar Flaschen Trinkwasser deponiert, das man gegen eine kleine Gebühr kaufen konnte (bitte selbst vorsorgen und nicht darauf verlassen!)

Ausführlicher Tagesbericht Tag 3: Argenthal nach Alteburg – der erste Regen

Die Landschaft auf dem Soonwaldsteig wird offener zwischen Argenthal und dem Trekkingcamp Alteburg
Offene Landschaft zwischen Argenthal und Alteburg
Tag 3 auf dem Soonwaldsteig
Tag 3 auf dem Soonwaldsteig

Wanderjournal Tag 4: Trekkingcamp Alteburg – Trekkingcamp Schmidtburg

26 km, 738 Aufstieg, 988 Abstieg

Landschaftlich ist diese Etappe sehr abwechslungsreich: auf Wald- und Feldwegen starte ich ab dem Trekkingcamp Alteburg. Ein kurzer Aufstieg durch den Wald bringt mich zur Burg Koppenstein. Ich mache einen Abstecher vom Soonwaldsteig nach Gemünden um einzukaufen und zur Pizzeria zu gehen. Auf Asphalt und ohne Schatten laufe ich durch die Ortschaft und auf sonnigen Feldern zurück zum Steig. Es folgt ein anspruchsvoller Weg von Stein zu Stein und langer Anstieg zur Teufelshütte. Noch kurz laufe ich an einem Flusslehrpfad entlang und steige hoch zur Schmidtburg. Das Trekkingcamp ist ein Highlight zum Übernachten!

Wasser: Brunnen am Trekkingcamp Alteburg (kein Trinkwasser, muss gefiltert werden!), Abstecher nach Gemünden mit Einkaufsmöglichkeiten (liegt nicht direkt am Steig), Teufelshütte (Wasser Depot in der Hütte), Wasserhahn an der Schmidtburg (kein Trinkwasser, muss gefiltert werden!)

Ausführlicher Tagesbericht Tag 4: Alteburg zur Schmidtburg – Umweg mit Enttäuschung und Happy End

...mein Hund hält nichts vom Baden im Fluss am Soonwaldsteig
Ein Bad im Fluss gefällig?
Übernachten auf dem Trekkingcamp Schmidtburg - Soonwaldsteig mit Zelt
Übernachten auf dem Trekkingcamp Schmidtburg

Wanderjournal Tag 5: Trekkingcamp Schmidtburg – Campingplatz Papiermühle in Kirn

18 km, 704 Aufstieg, 807 Abstieg

Die Etappe ist ein stetiges Auf- und Ab und für mich sehr anstrengend, obwohl es unter 20 km sind. Von der Schmidtburg aus nehme ich eine Abkürzung zum Forellenhof. Der Weg ist wieder weitestgehend im Wald, verläuft heute aber teilweise auch durch Ortschaften. Vor allem der Weg durch Kirn am Ende der Etappe war herausfordernd, da der Campingplatz Papiermühle außerhalb liegt.

Wasser: Wasserhahn (kein Trinkwasser) an der Schmidtburg, Supermärkte und Einkehrmöglichkeiten in Kirn

Ausführlicher Tagesbericht Tag 5: Trekkingcamp Schmidtburg nach Kirn – Aufstieg, Abstieg, immer wieder

Gut beschildert - noch 14 km bis nach Kirn. Dort ist das Trekking Soonwaldsteig zu Ende
Gut beschildert – noch 14 km bis nach Kirn
Heute ist es ein ständiges hoch und runter auf dem Soonwaldsteig
Heute ist es ein ständiges hoch und runter bis nach Kirn

Soonwaldsteig mit Hund

Ich bin den Soonwaldsteig im August 2022 mit meiner kleinen Hündin Lola, 4 Jahre alt gelaufen. Mit Zelt waren die Übernachtungen mit Hund kein Problem. Auf den Trekkingcamps und auch den zwei normalen Campingplätzen sind Hunde erlaubt. Die Strecke ist für Hunde prima, da der Steig kaum über Straßen oder durch Ortschaften führt. Im Wald und auf Feldwegen konnte Lola sich austoben. Da wir im Wald immer Mal wieder auf Rehe gestoßen sind, war Lola meist durch eine Schleppleine gesichert. Am nervigsten war das letzte Stück durch Kirn und durch die komplette Stadt bis zum Campingplatz. Ansonsten kann ich den Weg bedenkenlos für das Wandern und Trekking mit Hund empfehlen.

Fazit Soonwaldsteig

Nach dem Nibelungensteig und 4 Tagen auf dem Rennsteig ist der Soonwaldsteig der dritte Fernwanderweg, den ich in Deutschland mit Hund gelaufen bin.

Route & Weg & Landschaft

Insgesamt fand ich die 5 Tage auf dem Weg super! In 5 Tagen ist der Weg sehr gut zu schaffen. Die Unterteilung in 5 Etappen finde ich passend für gemütliche Wanderer, die evtl. mit Kind unterwegs sind. Mir waren die Etappen der ersten 3 Tage eigentlich zu kurz. Etappe 2 (Lauschhütte – Argenthal) und Etappe 3 (Argenthal – Alteburg) kann man gut zusammenlegen. Der Weg lässt sich insgesamt sehr gut laufen, die Steigungen sind sanft.

Am schönsten fand ich die vierte Etappe vom Camp Alteburg zur Schmidtburg, weil die Etappe abwechslungsreich ist und man durch einen schönen Teil mit Steinehüpfen kommt und die Übernachtung auf der Schmidtburg ein Highlight ist.

Landschaftlich sehr schön, da der Steig vor allem fernab von allen Ortschaften verläuft. Viel Wald, manchmal entlang eines Flusses, hin und wieder eine Burg sorgen für Abwechslung. Wer es ruhig und still mag und keine tägliche Einkehrmöglichkeit braucht, der kommt beim Soonwaldsteig auf seine Kosten.

Übernachten mitten im Wald

Am besten hat mir die Infrastruktur der Trekkingcamps gefallen, weil dadurch echtes Abenteuer Feeling aufkommt. Übernachten mitten im Wald, das hat schon was! Wer nicht im Hochsommer wandert hat vielleicht auch Glück und kann abends mit Gleichgesinnten am Lagerfeuer zusammen sitzen.

Nicht optimal finde ich die Buchung der Trekkingcamps. Leider sind die Camps nach Freischaltung auf der Buchungsseite schnell ausgebucht, weil alle sich ihre Platz (vor allem die Wochenenden) sichern wollen, viele scheinen ihren Platz dann jedoch gar nicht zu nutzen. Denn meine Erfahrung war, das die Camps im Internet ausgebucht waren und trotzdem die meisten Plätze vor Ort leer geblieben sind. Das finde ich schade. Durch einen Anruf bei der Verwaltung konnte ich beispielsweise einen Platz auf dem Trekkingcamp Alteburg bekommen, der angeblich ausgebucht war und 6 Zeltplätze mit insgesamt zwei einzelnen Personen belegt waren.

Ich baue mein Zelt in den alten Gemäuern auf beim Trekkingcamp Schmidtburg
Übernachtung auf dem Trekkingcamp Schmidtburg

Trinkwasser

Die Trinkwasser Versorgung ist leider nicht so einfach (siehe Infobox), dadurch muss man vorab gut planen und eher einen Liter mehr mitnehmen. Es ist aber durchaus machbar und im Nachhinein halb so schlimm wie gedacht. In den Tagesberichten habe ich angegeben, wo ich Trinkwasser herbekommen habe.

Info-Box: Wasserversorgung auf dem Soonwaldsteig
Der Soonwaldsteig führt durch Wälder und weitestgehend fernab von Straßen und Ortschaften. Das finde ich prinzipiell super, sollte aber bei der Planung unbedingt beachtet werden, denn die Trinkwasser Versorgung kann schnell zum logistischen Problem werden. Insbesondere, wenn man die Trekkingcamps als Übernachtungsmöglichkeit nutzt. Durch das naturnahe zelten kann man nicht davon ausgehen hier Wasser zu finden!
In meinen Tagesberichten habe ich angegeben, wo ich Trinkwasser aufgefüllt und ggfs. gefiltert habe. Ich hatte zum Filtern des Wassers einen Sawyer Mini dabei und war damit von der Handhabung als auch der Wasserqualität zufrieden. Trotz Filter hatte ich meistens 3 Liter Wasser für mich und meinen Hund dabei. Das ist zwar zusätzliches Gewicht, aber im Sommer war es heiß und ausreichend Flüssigkeit ist wichtig, um nicht zu dehydrieren.
Die offizielle Seite des Soonwaldsteigs rät davon ab, sich Trinkwasser aus den Bächen (Hahnenbach, Simmerbach/Kellenbach und Guldenbach) zu filtern, Link zum Beitrag.
Die guten Neuigkeiten sind, dass 2019 ein Netz offener Wasserhähne etabliert wurde, bei dem Gasthäuser oder Privatleute außenliegende Wasserhähne zur Verfügung stellen. Damit haben Wanderer ein System zum sicheren Auffüllen der Flaschen. Ich habe das System selbst nicht benutzt, weil ich meinen Vorrat vorab gut geplant und eingeteilt hatte und die Wasserhähne leider nicht direkt am Weg liegen. Eine Karte mit den Standorten der Wasserhähne gibt es hier.

Gesamturteil

Wer Ruhe und Erholung von der lauten Welt sucht, kommt hier voll auf seine Kosten.
Ein super Wanderweg für ambitionierte Einsteiger die das Wandern mit Zelt für sich entdecken wollen oder geübte Wanderer. Das schwere Gepäck beim Wandern mit Zeltausrüstung und Proviant und Wasser sollte nicht unterschätzt werden.

Viel Spaß beim Wandern auf dem Soonwaldsteig wünschen,
Wanderpfötchen Lola mit Frauchen Katrin


Wanderpfötchen Lola mit Frauchen Katrin

Wandern • Pilgern • Abenteuer

Hier schreibt Frauchen Katrin über das Unterwegssein mit Hund. Gemeinsam mit meiner kleinen Hündin Lola bin ich seit 2021 auf kurzen und langen Touren gewandert. Mehr Über Uns.

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